Mechanismen der Heilung – Wie wir heute neu lernen
Shownotes
Hier erfährst du, wie das Nervensystem im Erwachsenenalter nachreifen kann. Heilung beginnt nicht durch kognitives Verstehen, sondern durch das körperliche Signal von somatischer Sicherheit
. Zentral ist dabei das Prinzip der Titration – das Herangehen in winzigen, „tropfenweisen“ Schritten, um das System nicht zu überfordern
. Wir besprechen Bottom-Up-Werkzeuge wie die Orientierung im Raum und die verlängerte Ausatmung sowie die Bedeutung korrigierender Beziehungserfahrungen und der Arbeit mit inneren Anteilen (IFS), um vom „Machen“ zurück ins „Sein“ zu finden
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00:00:00: Du kennst das bestimmt auch, also man verbringt oft Jahre damit über sich selbst nachzudenken.
00:00:06: Ja absolut!
00:00:07: Man liest dann diese ganzen Psychologiebücher.
00:00:10: Genau oder man geht jahrelang in Therapie, analysiert die eigene Kindheit wirklich bis ins allerletzte Detail und man versteht intellektuell komplett warum man in bestimmten Situationen mit extremer Angst, mit Burnout oder mit völligem Rückzug reagiert.
00:00:27: Der Verstand hat das Rätsel sozusagen gelöst.
00:00:30: Richtig, das Puzzle ist komplett und trotzdem ändert sich das eigentliche physische Lebensgefühl halt kaum!
00:00:37: Die innere Anspannung bleibt einfach
00:00:39: dieser berühmte Kloß im Hals.
00:00:41: Exakt oder das Herz rast in den unpassendsten Momenten?
00:00:45: Und da fragt man sich ja warum ist es so?
00:00:47: Warum reicht das verstehen
00:00:49: nicht?!
00:00:50: Die Antwort aus den vorliegenden Quellen ist eigentlich simpel, aber radikal.
00:00:55: Heilung findet nicht im Kopf statt sondern im
00:00:58: Körper.".
00:00:58: Und das ist genau der Punkt, den wir in unserer heutigen tiefgehenden Analyse der Notizen- und Traumakonzepte mal wirklich greifbar machen wollen – es ist ein gewaltiger Paradigmenwechsel!
00:01:10: Ein absoluter Wechsel von der Theorie in die Praxis.
00:01:13: Wir durchforschen heute ja Ansätze wie Somatic Experiencing oder die Polyvagaltheorie, um herauszufinden, wie Heilung im Erwachsenenalter wirklich funktioniert?
00:01:22: Weil wir in unserer Gesellschaft einfach diese tiefe Überzeugungen haben dass wir uns nur klug genug durch unsere Probleme durchdenken
00:01:30: müssen.
00:01:30: Ja so eine ingenieursartige Präzision finde den Fehler verstehe ihn rational und zack repariert.
00:01:36: Schön wär's.
00:01:38: Aber wenn wir uns die Neurobiologie ansehen, merken wir schnell dass dieses rein kognitive Modell oft eine absolute Sackgasse ist.
00:01:46: Das ist dieser klassische Top-Down Ansatz also vom Verstand nach unten in den Körper
00:01:52: und der stößt bei tiefer liegenden Stressmustern halt gnadenlos an seine Grenzen.
00:01:57: ganz genau
00:01:58: Okay, also wenn der Kopf die Lösung mich hat müssen wir uns das Nervensystem genauer ansehen.
00:02:03: Da taucht in den Texten immer wieder dieser Begriff auf dieses Toleranzfenster oder Window of Tolerance.
00:02:11: Lass uns das mal aufschlüsseln.
00:02:13: Was genau ist das?
00:02:15: Also man kann sich das wie eine Komfortzone unseres Nerven Systems vorstellen.
00:02:21: Im Idealfall pendeln wir ganz sanft innerhalb dieses Fensters hin und her.
00:02:25: Also
00:02:26: wenn ich jetzt arbeite oder Sport mache, geht die Aktivierung hoch.
00:02:30: Richtig und abends auf der Couch geht sie wieder runter.
00:02:33: aber du bleibst immer in diesem Rahmen Du fühlst dich sicher und hast Zugriff auf deine Vernunft.
00:02:38: Und bei Trauma?
00:02:40: Wenn das System verletzt ist...
00:02:42: Dann verliert das Nervensystem diese Flexibilität völlig.
00:02:46: Das Fenster wird extrem eng und plötzlich wirst du bei den kleinsten Auslösern förmlich aus dem Fenster heraus gesprengt.
00:02:53: Okay und wenn wir da Rausfliegen landen wir in den biologischen Extremen.
00:02:58: Was passiert, wenn ich nach oben aus dem Fenster falle?
00:03:01: Dann landest du in der sympathischen Übererregung – das ist dieser Kampf- oder Fluchtmodus!
00:03:06: Die Quellen zitieren da gerne Peter Laiwin, der ein tolles Bild dafür hat.
00:03:11: Dieses Porsche-Bild,
00:03:12: oder?!
00:03:12: Genau es ist als würdest Du in einem Porsche sitzen und gleichzeitig das Gaspedal und die Bremse voll durchtreten.
00:03:19: Wann sind denn?
00:03:20: Der Motor heult auf, der Verschleiß ist enorm Aber du kommst physisch einfach nicht vom Fleck.
00:03:26: Du bist nur innerlich getrieben und
00:03:27: panisch.".
00:03:28: Und das andere Extrem, also wenn ich quasi noch unten aus dem Fenster falle?
00:03:32: Da wird oft der Dorsale-Vagusnerv genannt.
00:03:35: Warte kurz, der Vagusnerv ist doch diese riesige Datenautobahn im Körper die das Gehirn mit den Orgeranen verbindet.
00:03:40: richtig
00:03:41: Ja perfekt zusammengefasst!
00:03:43: Und dieser Nerv hat verschiedene Äste.
00:03:46: Der dorsale Ast ist entwicklungsgeschichtlich uralt.
00:03:49: Er ist für den absoluten Notfall zuständig.
00:03:52: Okay, also wenn Flucht nicht mehr geht.
00:03:54: Exakt!
00:03:55: Wenn die Bedrohung zu groß ist oder chronisch wird zieht dieser Nerv die Notbremse.
00:04:00: Das ist dann die parasympathische Untererregung
00:04:02: Also dieses Todstellen was man von Tieren kennt
00:04:05: Genau das.
00:04:06: Für uns Menschen fühlt sich das an wie Erstarrung Man dissoziiert fühlt es sich taub Dieser massive Brainfork chronischer Erschöpfung.
00:04:14: Also wären die Arme und Beine aus Blei
00:04:16: Richtig.
00:04:17: Der Körper fährt den Stoffwechsel runter, um Schmerz zu vermeiden und irgendwie das Überleben zu sichern.
00:04:23: Das wirft echt ein ganz neues Licht auf das was viele einfach als Faulheit oder Depression abtun.
00:04:28: der Körper spielt eigentlich nur totes Opossum um uns zu schützen.
00:04:32: Das ist eine super wichtige Erkenntnis.
00:04:34: ja
00:04:34: Und hier wird es ja neurobiologisch richtig krass Wenn diese überlebensmechanismen anspringen, übernimmt die Amygdala das Steuer Unser innerer Feuermelder.
00:04:43: Genau!
00:04:44: Und die reagiert evolutionär bedingt der viel, viel schneller als unser präfrontaler Cortex also der Teil hinter der Stirn der für Vernunft und Selbstmitgefühl zuständig ist.
00:04:55: Richtig, der wird regelrecht abgeschaltet.
00:04:56: Das heißt doch wenn dieser Alarm feuert kann ich mich biologisch gar nicht mit rationalen Argumenten beruhigen oder?
00:05:02: Keine
00:05:03: Chance das ist reine Physiologie.
00:05:05: dass hat null mit mangelnder Willenskraft zu tun.
00:05:07: Wenn ein Raubtier vor dir steht darfst du nicht anfangen über den Sinn des Lebens nachzudenken.
00:05:12: Du musst rennen!
00:05:12: Genau, die Ermückterler kappt.
00:05:14: die Verbindung zur Vernunft – selbst mit Gefühl ist biologisch nur möglich wenn das System sich in Sicherheit
00:05:19: willend.".
00:05:20: Das ist so ein enormer Perspektivwechsel…das heißt ja eine reinkognitive Gesprächstherapie, die den Körper ignoriert während das Nervensystem komplett im roten Bereich ist?
00:05:31: Das ist ja als würde man jemandem der gerade ertrinkt einen Handbuch über Schwimmtechniken vorlesen.
00:05:37: Eine brillante Analogie wirklich.
00:05:40: Und um noch tiefer zu verstehen, warum dieser Ertrinkende sich nicht entspannen kann, müssen wir uns zwei Netzwerke im Gehirn ansehen.
00:05:47: Lass hören!
00:05:48: Das Salience Network und das Task Positive Network – kurz TPN.
00:05:53: Das Salcience Network ist wie ein Radar.
00:05:56: Es bewertet permanent ob etwas sicher oder bedrohlich ist.
00:06:00: Bei traumatisierten Menschen ist das Radar verstellt.
00:06:03: Total es ist übersensibel und stuft fast alles als Gefahr ein.
00:06:07: Und dann schlägt es an und übergibt die Kontrolle blitzschnell an das TPN, unser Aufgabennetzwerk.
00:06:13: Den Machamodus quasi!
00:06:15: Moment, das heißt mein ständiger Drang meine To-Do Liste abzuarbeiten, niemals still zu sitzen?
00:06:22: Das ist gar keine herausragende Produktivität
00:06:25: Sondern eigentlich mein Gehirn dass Panik schiebt.
00:06:28: Exakt, das Ständige Leisten ist eine Überlebensstrategie.
00:06:32: Das Pent PN denkt sich Solange ich arbeite und funktioniere, habe ich die Kontrolle und bin sicher.
00:06:40: Und was passiert wenn ich so jemanden sage?
00:06:42: Entspann dich mal!
00:06:43: Pure Panik.
00:06:45: Wenn du diese Person in einen stillen Raum zur Meditation schickst, löst das Alarm aus.
00:06:50: Stille bedeutet für dieses System nicht Frieden
00:06:53: Sondern Gefahr.
00:06:54: Richtig Kein Auftrag bedeutet Ich bin nutzlos Also droht Lebensgefahr.
00:07:00: Wahnsinn, das erklärt wirklich warum so viele ambitionierte Leute bei Meditieren plötzlich Panikattacken kriegen.
00:07:07: Okay mein Verstand ist also offline, mein TPN läuft auf Hochtouren.
00:07:11: der Körper denkt ein Säbelzahntiger gleift an.
00:07:13: was mache ich jetzt?
00:07:15: Ich kann mich ja schlecht einfach zwingen ruhig zu sein.
00:07:17: Das funktioniert nicht.
00:07:19: wir müssen den Körper nutzen um dem Geist biologisch zu beweisen dass die Gefahr vorüber ist.
00:07:24: Wir müssen zum bottom Abansatz wechseln
00:07:26: Also von unten nach oben.
00:07:28: Was sind da die wirkungsvollsten Schalter?
00:07:30: Das absolute Fundament, noch vor jeder Atemtechnik ist der Schlaf.
00:07:35: Die Datenlage dazu ist erdrückend.
00:07:38: Inwiefern?
00:07:38: Forscher haben gezeigt dass massiver Schlafmangel die Reaktivität der Ermüchterler um über sechzig Prozent steigert.
00:07:45: Sechzig prozent das es ja als würde die Alarmanlage schon bei einem Schmetterling losgehen
00:07:50: und gleichzeitig wackelt die Kontrolle des Stirnhirns massiv.
00:07:53: ohne schlaf bringt das beste therapeutische Konzept nichts.
00:07:57: okay Schlaf ist die Basis.
00:07:59: Aber was mache ich akut?
00:08:01: Mitten am Tag, wenn das System hochfährt!
00:08:03: Da gibt es das sogenannte Cyclic-Sying – eine betonte verlängerte Ausatmung.
00:08:09: Ah, ich habe davon einer Stanford Studie von Huberman gelesen.
00:08:13: Die haben gezeigt dass fünf Minuten davon effektiver zur akuten Beruhigung sind als Achtsamkeitsmeditationen.
00:08:19: Aber warum genau?
00:08:20: Das ist pure Anatomie.
00:08:22: Wenn wir einatmen drückt sich unser Zwergfell nach unten Das Herz hat mehr Platz, das Blut fließt langsamer.
00:08:29: Das Gehirn sagt dann Herzschlag beschleunigen.
00:08:32: Okay logisch!
00:08:34: Wenn wir aber extrem lang und langsam ausatmen bewegt sich das Zwergfell nach oben der Platz für das Herz wird kleiner das blut fließt schneller
00:08:42: Dann
00:08:43: greift der Vargusnerv ein, er registriert das und sagt dem Gehirn sofort Herzschlag verlangsam.
00:08:49: Das lange Ausatmen ist der direkteste Schalter für den Parasympathikus.
00:08:53: Das ist ja genial!
00:08:54: Reines Handwerk – eine weitere Methode.
00:08:56: aus den Notizen fand ich auch spannend die Orientierung im Raum.
00:09:01: Anfangs dachte ich mir was soll Kopfbewegen gegen echte Angst bringen?
00:09:04: Es geht darum den Tunnelblick zu brechen.
00:09:07: Im Kampf- oder Fluchtmodus fokussieren sich unsere Augen stark auf die Bedrohung.
00:09:11: Wir haben buchstäblich einen Tunnelblick.
00:09:14: Evolutionär sinnvoll, damit man das Raubtier nicht aus den Augen verliert?
00:09:17: Genau!
00:09:18: Wenn wir nun aber den Kopf ganz bewusst drehen, den Blick schweifen lassen die Farben im Raum registrieren geben wir dem Nervensystem einen uralten Reiz.
00:09:27: Ah wie ein Tier das entkommen ist und sich
00:09:29: umschaut.
00:09:30: Richtig.
00:09:31: Das Signal lautet dann Umgebung abgesucht keine Gefahr Sehr
00:09:34: cool.
00:09:35: Und dann gibt es noch diese Körperpräsenz.
00:09:38: Einfach eine Hand auf die Brust und einer auf den Bauch legen und leicht drücken!
00:09:42: Warum funktioniert das?
00:09:44: Das ist die Propreozeption, also die Eigenwahrnehmung.
00:09:47: Unter der Haut liegen Druckrezeptoren.
00:09:50: Wenn wir uns berühren geht das Signal direkt in den Hirnstamm vorbei an der Amygdala.
00:09:55: Es simuliert also einen Gehaltenwerden.
00:09:57: Genau...das vermittelt tiefe somatische Sicherheit.
00:10:00: Aber weißt du was mir bei all dem Sorgen macht?
00:10:03: Lass hören!
00:10:04: Das klingt alles schon wieder nach einer perfekten To-Do-Liste.
00:10:07: Mein Machermodus läuft eh schon auf Hundert Achtzig und jetzt muss ich auch noch Schlaf tracken, Atemübungen in den Kalender pressen und mich im Büro selbst umarmen.
00:10:16: Ja die Gefahr der Selbstoptimierung
00:10:18: Genau.
00:10:20: Laufen wir da nicht Gefahr das als nächsten Biohack zum missbrauchen?
00:10:24: Eine fantastische Beobachtung – Und die Autoren waren genau davor.
00:10:28: Heilung ist kein Fitnessprogramm Unser Nervensystem ist kein Computer, den man einfach umprogrammieren kann.
00:10:34: Also keinen Knopfdruck?
00:10:35: Nein!
00:10:36: Neuroplastizität braucht Zeit und Beständigkeit.
00:10:40: Es geht um die Regelmäßigkeit im Einfachen.
00:10:43: Wenn du atmen als stressige Aufgabe auf deiner Liste abhast und wütend wirst wenn der Puls nicht sofort sinkt dann regulierst du nichts.
00:10:51: Ich beschäftige mein TPN einfach nur auf eine neue Art.
00:10:53: Absolut!
00:10:54: Okay, das bringt uns zu einer großen Frage.
00:10:56: wenn ich meinem Körper jetzt Sicherheit signalisieren kann wie gehe ich dann mit dem eigentlichen alten Schmerz um?
00:11:02: Die Traumaforschung sagt ja ganz klar nur in extrem kleinen Dosen.
00:11:07: Genau der Begriff dafür im Somatic Experiencing ist Titration aus der Chemie
00:11:12: Wie bei hochreaktiven Substanzen.
00:11:14: Richtig Man kippt nicht zweieimer ineinander, das gibt eine Explosion.
00:11:19: Man fügt sie troffenweise zusammen.
00:11:22: Wenn man zu tief ins Trauma geht, retraumatisiert man das System.
00:11:26: Exakt!
00:11:27: Das Nervensystem wird überflutet und fliegt aus dem Toleranzfenster.
00:11:31: Ich teile mir das immer vor wie beim Training für einen Marathon oder beim scharfen Essen.
00:11:35: wenn ich jemandem extrem scharfes Chili gebe gerät der Körper in Panik schwitzen Luftnot erlernt nur ich hasse scharf es essen.
00:11:43: ein gutes Bild.
00:11:44: Aber wenn man mit einem winzigen Tropfen anfängt, merkt der Körper okay, brennt ein bisschen aber ich überlebe.
00:11:50: Und das führt uns direkt zum Konzept des Pendelns.
00:11:53: Pendeln bedeutet wir wenden uns ganz kurz diesem einen winzige Tropfen Schmerz zu und pendeln dann sofort wieder zurück zur eine Ressource
00:12:02: Also zurück in die Sicherheit zum langen Ausatmen.
00:12:05: Genau!
00:12:05: Das Nervensystem macht die Erfahrung Ich kann in den Stress gehen und mich selbst wieder zurückholen, dass ist es eigentliche umlernen.
00:12:13: Spannend ist dabei auch die Arbeit mit inneren Anteilen.
00:12:16: Also Ansätze wie IFS oder NAM, die sagen ja kämpfe nicht gegen diesen Macheranteil!
00:12:22: Ja dieser innere Wächter hat uns in der Vergangenheit des Überleben gesichert.
00:12:26: den soll man würdigen und sagen ich sehe dich du kannst dich kurz ausruhen.
00:12:30: Und beim Inneren Kind ist das ähnlich?
00:12:32: Ganz genau.
00:12:33: eine sehr sanfte Methode ist sich ein Foto von sich selbst als kind anzusehen Nicht um alles zu analysieren, sondern um ein Kontakt zu herstellen.
00:12:40: Dem
00:12:40: Kind das Grundrecht auf Existenz geben.
00:12:43: Genau!
00:12:43: Wir regulieren als Erwachsener diesen alten eingefrorenen Anteil.
00:12:47: Jetzt haben wir extrem viel über Selbstregulation gesprochen.
00:12:49: Alles Dinge fürs eigene Wohnzimmer.
00:12:52: Aber wenn wir ehrlich sind hat die Selbsthilfeindustrie da einen riesigen blinden Fleck.
00:12:57: Die Heilung in Isolation ist doch ein Mythos.
00:13:00: Es widerspricht komplett unserer Biologie.
00:13:03: Wenn wir auf die Welt kommen, sind wir eigentlich neurologische Frühgeburten.
00:13:07: Weil das Gehirn noch reifen muss?
00:13:08: Genau!
00:13:09: Ein Baby kann sich nicht selbst beruhigen.
00:13:11: Es ist zu hundert Prozent auf Co-Regulation angewiesen.
00:13:15: Die Eltern fungieren quasi als ausgelagert prefrontaler Cortex.
00:13:18: Ist
00:13:19: die Mutter ruhig reguliert sich das Baby?
00:13:21: Ja
00:13:21: Und wenn diese Resonanz fehlt
00:13:23: Dann entsteht ein Entwicklungstrauma Eine Lücke im Fundament.
00:13:27: Die Fähigkeit zur Selbstregulation wird nicht richtig ausgebildet.
00:13:30: Und
00:13:30: das können wir als Erwachsenen nicht einfach wegatmen, wir brauchen andere Menschen!
00:13:35: Die Quellen sprechen von der korrigierenden Beziehungserfahrung.
00:13:38: Andere Menschen sind kein Bonus – sie sind das Medikament.
00:13:42: Wenn ich meine Verletzlichkeit zeige und mein Gegenüber reagiert nicht mit Strafe sondern mit ruhiger Präsenz dann schreibt sich mein Gehirn neu.
00:13:50: Absolut, das kennen wir ja aus dem Alltag.
00:13:53: Jemand extrem ruhiges betritt den Raum Und ohne ein Wort sinken deine Schultern.
00:13:58: Unsere Nervensysteme sind wie unsichtbare Wi-Fi-Netzwerke, die sich ständig synchronisieren.
00:14:04: Aber hier ist das brutale Paradox vertraumatisierte Menschen.
00:14:07: Genau diese rettende Nähe ist extrem angstbesetzt!
00:14:11: Das ist der Kern des Problems – näher war in der Kindheit oft invasiv oder gefährlich.
00:14:17: Das Gehirn hat gelernt andere sind eine Gefahr.
00:14:20: ich muss alles alleine machen
00:14:21: und da braucht es dann den sicheren therapeutischen Raum.
00:14:24: genau Ein Therapeut liefert in erster Linie ein reguliertes Nervensystem.
00:14:30: Einen Anker, an dem man lernen kann.
00:14:32: Resonanz ist sicher
00:14:34: Und das ist wahre Integration.
00:14:37: Wir wollen in unserer Gesellschaft Symptome immer einfach wegschneiden Aber Integration ist das Gegenteil von Wegschneidern.
00:14:45: Integration heißt dass Toleranzfenster so zu vergrößern Dass das Leben in all seinen Facettenplatz findet Die Freude aber auch der alte Schmerz ohne dass das System kollabiert.
00:14:56: Wahnsinn!
00:14:57: Lass uns das kurz zusammenfassen, wahre Heilung heißt die biologische Sprache des Körpers zu sprechen von Gefahr auf Sicherheit schalten.
00:15:06: Button ab mit Schlaf ausatmen Orientierung
00:15:10: und durch Titration kleine Schritte und durch die sichere Verbindung zu anderen.
00:15:17: Und an dich der uns jetzt gerade zuhört Vielleicht ist dir aufgefallen, dass allein dieses Nachdenken und Durchatmen beim Hören schon ein Akt der Selbstfürsorge ist.
00:15:28: Aktive Neuroplastizität!
00:15:31: Und wenn wir dieses Konzept des Wi-Fi-Netzwerks unserer Nervensysteme mal weiter denken?
00:15:35: Oh ja – gerade in unserer modernen Welt die mediale Beschallung, Krisen, Social Media… das ist ein gigantischer kollektiver Stressor, der uns ständig in die Übererregungen drängt.
00:15:48: Das ist die große Herausforderung, wir leben im ständigen neurobiologischen Alarm.
00:15:53: Und wenn unsere Nervensysteme sich ständig gegenseitig anstecken muss man sich fragen mit wem teilst du heute dein Toleranzfenster?
00:16:02: Ein starker Gedanke!
00:16:03: Und wem bietest Du durch Deine eigene ruhige Präsenz vielleicht einen rettenden Anker?
00:16:09: Etwas vorüber es sich definitiv nachzudenken lohnt.
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